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Strafrechtliche Haftung der Genossenschaften GvD Nr. 231/2001
Dieses Dekret regelt, dass bei begangenen Straftaten nicht nur einzelne Personen sondern auch  Kapitalgesellschaften und somit auch Genossenschaften zur Verantwortung gezogen werden können.
Folgende Straftaten werden laut GvD Nr. 231/2011 geahndet:
  • Straftatbestände gegen die öffentliche Verwaltung (Korruption, Veruntreuung, Amtsunterschlagung usw.)
  • Verbrechen im Bereich der Datenverarbeitung
  • Organisiertes verbrechen
  • Geldfälschung
  • Verbrechen gegen das Gewerbe und den Handel (Falschdeklaration)
  • Verbrechen im Zusammenhang mit dem Gesellschaftsrecht
  • Terrorismus
  • Verbrechen gegen die Persönlichkeit des Einzelnen ( Mobbing, Ausbeutung, Kinderarbeit, usw.)
  • Marktmissbrauch
  • Verbrechen im Bereich Arbeitssicherheit (Fahrlässige Tötung, Körperverletzung)
  • Hehlerei, Geldwäsche usw.
  • Verletzungen des Urheberrechts
  • Delikte die die Umwelt betreffen (Chemikalienunfall, Zerstörung von Lebensraum, illegale Müllentsorgung usw.)
Strafen im Falle eines oben genannten  Vergehens,  kann nur entgangen werden, wenn ein besonderes Organisationsmodell angewendet und genehmigt  wird und wenn ein unabhängiges Kontrollorgan eingesetzt wird, das über die Einhaltung des Modells wacht. Der Milchhof Sterzing hat beides bereits umgesetzt. Der Ethikkodex und das Organisationsmodell bilden die Grundlage um  die Genossenschaft vor Strafen im Rahmen des GvD 231/2001 zu schützen.

Ethikkodex und Organisationsmodell
Menschlichkeit und soziales Engagement haben Friedrich Wilhelm Raiffeisen vor 150 Jahren befähigt, die Mitbürger dazu anzuspornen, durch Selbsthilfe und  Selbstverantwortung in gemeinsamen Organisationseinheiten zusammenzuarbeiten. Damit können Ziele erreicht werden, die für den Einzelnen nicht erreichbar wären. Alle Verbundpartner verbinden das genossenschaftliche Geschäftsmodell und die Grundwerte von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, nämlich jene der Selbsthilfe, der Selbstverwaltung, der Selbstverantwortung, der Selbstkontrolle, der Subsidiarität und der Solidarität. In diesem Sinne besitzt der Milchhof Sterzing  einen Ethikkodex, der besagt, dass Tätigkeiten und Leistungen des Milchhofes Sterzing  direkt oder indirekt auf die Stärkung der Leistungskraft seiner Mitglieder und deren Fortentwicklung ausgerichtet sind.
Der Milchhof Sterzing  erachtet ebenso die Anwendung eines Organisationsmodells im Sinne des gesetzesvertretenden Dekrets Nr. 231 vom 8. Juni 2001 als sinnvoll und geeignet, die Mitarbeiter und andere Personen, die mit der Körperschaft in Verbindung stehen, hinsichtlich einer korrekten und transparenten Verhaltensweise zu sensibilisieren und die Begehung von Straftaten, wie sie vom Dekret vorgesehen sind, zu vermeiden.
Zweck und wesentlicher Inhalt des Organisationsmodells

Das Organisationsmodell des Milchhofes Sterzing  legt ein strukturiertes System von internen Abläufen und Kontrollen fest, um der Begehung der vom oben genannten Dekret vorgesehenen Straftaten entgegenzuwirken. Im Besonderen werden die einzelnen Tätigkeitsbereiche und die damit verbundenen Risiken hinsichtlich strafbarer Handlungen im Modell aufgelistet. Für die jeweiligen Bereiche werden Abläufe und geeignete Kontrollmaßnahmen festgelegt. Außerdem wird ein disziplinarrechtliches System eingeführt, welches die Nichteinhaltung der vom Organisationsmodell vorgesehenen Maßnahmen ahndet.

Wie ist das Modell aufgebaut?
Das Modell besteht aus einem allgemeinen und einem besonderen Teil. Der allgemeine Teil enthält die grundlegenden Prinzipien des Modells, die Bestimmungen über das Überwachungsorgan sowie die disziplinarrechtlichen Bestimmungen. Der besondere Teil definiert die einzelnen „Risikobereiche“ sowie die jeweiligen Verhaltensregeln in Zusammenhang mit den im Dekret genannten Straftatbeständen.
Sollten Unregelmäßigkeiten festgestellt werden, so ist es die Pflicht eines jeden Mitarbeiter, Mitgliedes oder sonstiger Person, die im Kontakt zum Milchhof Sterzing steht, dies umgehend, der Geschäftsführung, dem Verwaltungsrat bzw. dem Überwachungsorgan, welches die Einhaltung des Gesetzes kontrolliert,  mitzuteilen.