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Manuel Plattner mit seiner Mähmaschine auf dem Feld

Manuel Plattner vom Kelderer Hof in Kalch

Innovation, die aus dem Hofalltag entsteht.

Mit seiner vollelektrischen Mähmaschine gewann Manuel Plattner den Innovationspreis IM.PULS der Südtiroler Bauernjugend – und zeigte, wie viel Zukunft in bäuerischer Praxis und technischem Denken steckt.

Manuel Plattner's Mähmaschine auf dem Feld.

Vom Tüfteln am Hof – und von der Idee, Dinge selbst besser zu machen

Manuel erhielt eine besondere Auszeichnung: Im November 2025 wurde er für seine vollelektrische Mähmaschine mit dem Innovationspreis IM.PULS der Südtiroler Bauernjugend geehrt. Für Manuel ist Innovation nichts Neues – sie begleitet ihn schon lange. Am Hof entstehen immer wieder Lösungen aus der Praxis heraus, mit dem Ziel, Arbeit zu erleichtern, Abläufe zu verbessern und Technik sinnvoll für die Landwirtschaft einzusetzen.

Vom Weitermachen nach einem schweren Verlust – und vom bewussten Bleiben am Hof

Die ausgezeichnete Mähmaschine ist bereits das zweite Selbstbauprojekt auf dem Keldererhof. Ein erstes Modell mit Verbrennungsmotor war schon im Einsatz, später entstand die vollelektrische Version, mit der Manuel schließlich am Wettbewerb teilnahm. Gemeinsam mit seinem Bruder Philipp entwickelte er die Maschine aus der Überzeugung heraus, dass es am Markt noch viel Verbesserungspotenzial gibt. Manuel bringt dafür nicht nur Begeisterung, sondern auch viel Fachwissen mit. Er war 15 Jahre in Forschung und Entwicklung bei Prinoth tätig. Seit rund drei Jahren ist er zudem im Bereich Photovoltaik und Batteriespeicher selbstständig – parallel zur Arbeit am landwirtschaftlichen Betrieb. Die Maschine war ursprünglich ein Hobbyprojekt für den Eigenbedarf. Doch die Ergebnisse waren besser als erwartet. Auch technisch hat sich das Konzept bewährt: Die Batterie hält problemlos durch, selbst bei längeren Einsätzen. Die größere Herausforderung sieht Manuel nicht in der Leistung, sondern in der Ladeinfrastruktur. Wer schnell laden will, braucht eine entsprechend starke Stromquelle – und genau das ist am Feld oder am Hof nicht immer gegeben.

Drei Laufenten im Winter.
Profilbild Manuel Plattner.

Der Melkroboter war die beste Entscheidung. Vier bis fünf Stunden Stallarbeit sind nicht mehr zeitgemäß.

Manuel Plattner

Technik, Tierwohl und Bio – wenn Innovation den Alltag verändert

Seit dem ersten Bericht im Jahr 2022 hat sich am Hof einiges getan. Manuel hat inzwischen einen Melkroboter installiert – für ihn eine der besten Entscheidungen überhaupt. Obwohl der Betrieb mit rund 20 GVE nicht groß ist, rechnet sich die Investition dank Förderungen auch auf kleineren Höfen. Die Technik sei heute zuverlässig und ausgereift, viele Probleme könnten per Fernwartung gelöst werden. Auch die Kühe hätten sich rasch an das neue System gewöhnt. Für Manuel zeigt sich der Nutzen ganz konkret im Alltag: weniger Stallarbeit, mehr Flexibilität, gesündere Tiere, geringere Tierarztkosten und eine bessere Übersicht über den Zustand der Herde.


Über den Melkroboter erkennt er sofort, wenn bei einer Kuh etwas nicht stimmt. Füttern und Entmisten laufen automatisch, vieles lässt sich zusätzlich über Kameras kontrollieren. Gleichzeitig stellt Manuel den Betrieb auf Bio um. Vieles war am Hof ohnehin bereits naturnah und tiergerecht organisiert, sodass vor allem das Kraftfutter angepasst werden musste. Besonders überzeugt ist er von der Verbindung aus Weidehaltung und Melkroboter: Die Kühe können sich frei bewegen und selbst entscheiden, wann sie in den Stall zum Melken kommen. Für Manuel ist das ein echter Fortschritt im Tierwohl.

Familie Plattner in Kalch.

Viele Bereiche, ein Hof – Familie, Energie und Zukunft.

Am Keldererhof leben Manuel, seine Frau Manuela, die Kinder Jana und Emil sowie seine Mutter. Sie hilft weiterhin viel mit, besonders in den arbeitsintensiven Sommermonaten. Während die Heuarbeit viel Einsatz verlangt, ist der Winter am Hof etwas ruhiger. Auch energetisch ist der Betrieb konsequent ausgerichtet: Fast alles läuft elektrisch. Mit einer 20-kWp-Photovoltaikanlage und Speicherbatterien kann der Hof bis auf zwei Wintermonate weitgehend mit eigenem Strom betrieben werden. Trotz aller technischen Entwicklung denkt er nicht an ein Wachstum über mehr Tiere nach. Stattdessen möchte er bestehende Abläufe weiter verbessern, etwa durch ein stationäres elektrisches Futtermischsystem. Für die Zukunft bleibt er optimistisch: Milch sei und bleibe ein Grundnahrungsmittel, und Investitionen in Landwirtschaft hätten langfristigen Bestand.

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